Konsultationskindertagesstätten in Niedersachsen

Projektarbeit und Dokumentation in der Reggio-Pädagogik

Logo von Reggio-Pädagogik

Städt. Kita Am Herzogtore Wolfenbüttel
 
„Kinder haben 100 Sprachen, davon rauben wir ihnen 99“ (L. Malaguzzi)

In unserer städtischen Kindertagesstätte „Am Herzogtore“ werden 120 Kinder im Alter von 1-10 Jahren in den Fachbereichen Krippe, Kindergarten und Hort von 24 pädagogischen Fachkräften betreut. Wir sind eine vom Verein „Dialog Reggio“ anerkannte reggio-inspirierte Kindertagesstätte.

Mann mit Kind auf Einrad  Kinder haben Schuhe gebastelt

Projektarbeit ist das Herzstück der Reggio-Pädagogik. Lernen in Projekten ist ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Die Inhalte der Projektarbeit basieren auf Entdeckungen,  Erlebnissen, Fragen, Interessen und Bedürfnissen der Kinder, sowie den Beobachtungen und Impulsen des pädagogischen Fachpersonals.
Das entdeckende, experimentelle Lernen und Lernen durch alltägliche Erfahrungen steht dabei im Vordergrund, nicht die Fertigung eines Produktes. Experimentelles Lernen lässt lernen durch Fehler zu – Versuch und Irrtum hat hier Raum.
 

Die Reggio-Pädagogik begreift Kinder als Forscher, Entdecker und Konstrukteure ihrer ganz individuellen Selbstbildungsprozesse.
In der Projektdokumentation hinterlassen die Kinder Spuren ihres Handelns. Wir setzen verschiedene Dokumentationsmethoden ein, dazu gehört die klassische Dokumentationsform der „Sprechenden Wände“.

Dort spiegeln sich Aktionen und Interessen der Kinder wider. Die Projektverläufe werden weiterhin durch Wanddokumentationen, einen Projektordner, Fotos, Zeichnungen, Skizzen sowie der Werke der Kinder dokumentiert und für alle Eltern und Kinder in vielfältigen Ausstellungen sichtbar gemacht.

 

Zu den Aufgaben des pädagogischen Fachpersonals gehört die durchgängige Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Selbstbildungsprozesse. Durch wahrnehmendes Beobachten nimmt die pädagogische Fachkraft am „Tun“ der Kinder mit allen Sinnen teil. Wir stellen uns dann mit Hilfe eines Reflexionsbogens folgende Fragen:

  • „Welchen Herausforderungen stellt sich das Kind?“
  • „Wie geht das Kind seinen Tätigkeiten nach?“
  • „Was bringt gerade dieses Kind an Handlungsweisen, Ideen und Möglichkeiten in eine gegebene Situation ein?“

Der Austausch im Team sowie die Selbstreflexion der pädagogischen Fachkraft decken individuelle Wahrnehmungsmuster auf. Der stärkenorientierte Blick auf das Kind wird so gewährt und bildet die Grundlage, um individuelle Bildungsprozesse der Kinder zu erkennen und transparent werden zu lassen. Die Dokumentation der kindlichen Entwicklung findet sich in unserem Haus in einer Bildungsgeschichte, dem Portfolio und dem EKP (Entwicklungs- und Kompetenzprofil) wieder.