Ehemal. Konsultationskindertagesstätten in Niedersachsen

Entwicklungsprozessgestaltung

Kinderhaus Melle-Buer

Das Kinderhaus Melle-Buer ist ein integrativ und altersübergreifend arbeitender Kindergarten für Kinder im Alter zwischen 2-6 Jahren. Integrativ heißt, dass Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam aufwachsen. In der Einrichtung betreuen sechs Erzieherinnen und eine Heilpädagogin achtundsechzig Kinder im Alter von 2-6 Jahren aus einer ländlichen Struktur in der Zeit von 7.30 - 13.00 Uhr. Die Eckpfeiler der pädagogischen Konzeption sind der Psychomotorik, der Reggio- und der Umweltpädagogik nach Knauer/Brandt entnommen. Daraus haben wir ein „geöffnetes Konzept” entwickelt. Es ist eine Mischung aus einer Gruppenstruktur und der Möglichkeit, Kind spilet mit Baukasten mit allen Kindern im ganzen Haus spielen zu können. Dazu laden Räume mit unterschiedlichen Angebotsmöglichkeiten und ein 4500 qm großer Naturspielraum ein.

Unser Ziel ist, Neugier und Aktivität der Kinder zu wecken, ihre Kenntnisse von der Welt zu erweitern und sie bei der Entwicklung ihrer Ausdrucksfähigkeit zu unterstützen. Im Zentrum steht das Kind, sein Recht und seine Kraft zu eigener Kreativität. Wir verstehen uns als Ort zur Erforschung der Welt und zur Gestaltung von Eindrücken und Erfahrungen - zur Entwicklung neuer Beziehungen zwischen dem Kind und der Welt. Lernen ist Lust und Ausdruck von Lebensfreude.

Bildungs- und Lerngeschichten

Zur Weiterentwicklung unserer konzeptionellen Arbeit beteiligen wir uns an dem bundesweiten Projekt „Bildungs- und Lerngeschichten” vom Deutschen Jugendinstitut (DJI). Ziel des Projektes ist es, Bildungsprozesse von Kindern in Kindertagesstätten zu dokumentieren. Als Verfahren dafür wurde der Ansatz der Lerngeschichten aus Neuseeland gewählt - entwickelt von Margret Carr.
Lerngeschichten ergeben sich aus der Beschreibung von fortlaufenden Handlungen der Kinder, die in möglichst regelmäßigen Zeitabständen von Erzieherinnen beobachtet werden. Diese Beobachtungen erzählen, was Kinder in einem ausgewählten Ausschnitt ihres Alltags tun, welche Lerngelegenheiten sie wahrnehmen und wie sie dabei vorgehen. Daher der Name "Learning Stories" = Lerngeschichten.
Aus diesen Beobachtungssequenzen lässt sich erschließen, welche Interessen ein Kind hat, mit welchem Thema es sich auseinandersetzt, wie es lernt und welche Lerndispositionen dabei zum Tragen kommen. Diese Art der Auswertung wird mit Kolleginnen erörtert, um daraus Konsequenzen für die Planung der pädagogischen Arbeit zu ziehen. So werden Lerngeschichten zur Grundlage für die Gestaltung von Räumen und Angeboten und für Gespräche mit den Eltern über die Stärken und Lernfortschritte ihrer Kinder. Sie sollen auch als Grundlage für den Dialog mit Kindern über ihre Interessen und Lernfortschritte genutzt werden.

Unser Angebot als Konsultationskita - Das Bildungsbuch

In unserer Einrichtung gibt es für jedes Kind ein Bildungsbuch, das Einblicke in seine persönlichen Bildungsprozesse gibt. Die Erzieherinnen lernen durch die Arbeiten mit dem Bildungsbuch die Kinder mit einem anderen Blick zu sehen und können ihre Arbeit transparenter werden lassen. Zudem haben wir eine gute Grundlage für Elterngespräche und ggf. für den Austausch mit der Grundschule. Aufbauend auf den Beobachtungserkenntnissen werden die Bildungs- und Lernangebote gezielter an den Bedürfnissen des einzelnen Kindes orientiert. Gleichzeitig haben wir eine systematisch angelegte Erzieherin-Mappe entwickelt, in der unsere gesamten Beobachtungen und Aufzeichnungen gesammelt werden. Das Bildungsbuch und deren Umsetzung ist zusammen mit einem Arbeitskreis das Hauptvorstandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) entwickelt worden und wird seit Januar 2004 umgesetzt und ausprobiert.

Das Kinderhaus bietet vielfältige Möglichkeiten der Bildungsarbeit
  • Schreib- und Experimentierwerkstätten
  • Malatelier, Galerie und Lernwerkstatt,
  • Ansätze aus der Reggio-Pädagogik;
  • Umsetzung der Ansätze aus Forschungen von Anne Heck.