Ehemal. Konsultationskindertagesstätten in Niedersachsen

Bildungs- u. Lerngeschichten

Städt. Kindertagesstätte Kasernenstrasse, Braunschweig

KiTa GeländeDie städtische Kindertagesstätte Kasernenstraße hat im April 1999 ihren Betrieb aufgenommen und betreut seither 117 Kinder im Alter von drei Jahren bis zu ihrer Einschulung in drei Ganztags- und zwei 2/3-tags-Gruppen. In einer der Ganztagsgruppen werden vier anerkannt behinderte und 13 Regelkinder integrativ gefördert. Das Kindertagesstättenteam setzt sich aus 16 pädagogischen und zwei hauswirtschaftlichen Mitarbeiterinnen zusammen.

Die Kindertagesstätte Kasernenstraße ist eine von derzeit drei Kindertagesstätten in Trägerschaft der Stadt Braunschweig, die ein Projekt zur bilingualen Förderung (englisch/deutsch) von Kindern dieser Altersstufe durchführt.
Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist das Kind zu keiner Zeit so aufnahmefähig und lernbegierig wie im Vorschulalter, sodass sich diese Altersstufe auch für das Erlernen einer Fremdsprache besonders gut anbietet.

Zudem ist in vielen europäischen Ländern festzustellen, dass Kinder dort ganz selbstverständlich mindestens zweisprachig aufwachsen und gegenüber anderen Nationen. Vorteile bei der Bewältigung späterer Anforderungen in Schule und Beruf haben.
Bereits Ende 1999 hat sich das Team mit unterschiedlichen Modellen und Methoden zur Förderung der deutschen und zum Erlernen einer Fremdsprache auseinandergesetzt und die Umsetzung des Projektes in die tägliche Praxis entwickelt.
Eine qualifizierte Pädagogin mit hervorragenden Englischkenntnissen begleitet seither den Alltag in der Kita und spricht dabei (fast) ausschließlich Englisch mit den Kindern. Somit wird durch den Fremdsprachengebrauch in Alltagssituationen ein ganzheitlicher Lernprozess initiiert.
Eine Ausweitung des Angebotes, auf weitere städtische Kitas wird aufgrund seines sehr erfolgreichen Verlaufs und starker Nachfrage seitens der Eltern angestrebt.

Ab Herbst 2004 hat das Team an dem zweijährigen Projekt des Deutschen Jugendinstituts (DJI) zum Thema „Bildungs- und Lerngeschichten als Instrument zur Konkretisierung des Bildungsauftrags in Kindertagesstätten“ teilgenommen. Dahinter verbirgt sich eine Beobachtungsmethode, die an den Stärken und Kompetenzen jedes einzelnen Kindes ansetzt und sein Lernverhalten dokumentiert.
Die „Learningstories“ wurden von Margaret Carr, einer neuseeländischen Wissenschaftlerin, entwickelt und basieren auf der Überzeugung, dass Kinder von Geburt an ihre Umwelt erkunden und sie durch vielfältige Aktivitäten und den Austausch mit Anderen kennen und verstehen lernen. Damit sie dabei professionell begleitet und wirksam unterstützt werden können, müssen wir als Fachleute diese Lernprozesse sorgfältig wahrnehmen und deuten können.
Das freie Spiel der Kinder bietet dabei die Ausgangslage für die Beobachtungen. Die Dokumentation der Arbeit mit den Kindern, in Form von Portfolios und Aushängen, gehört seitdem ebenso zum Alltag des Teams wie die Durchführung von Projekten, die durch die regelmäßige Beobachtung der Kinder mit ihnen entwickelt werden. Außerdem bilden die Beobachtungen die Grundlage für Lerngeschichten, die in Form eines Briefes an jedes Kind regelmäßig verfasst werden.

Das pädagogische Konzept der Kita wird von den beschriebenen Schwerpunkten bestimmt und integriert darüber hinaus verschiedene (sozial-) pädagogische Ansätze. Es ist an keine bestimmte Schule gebunden und enthält sowohl Elemente aus dem situationsorientierten Ansatz, der Projektarbeit, Montessoripädagogik als auch Themen aus Natur und Technik. Als städtische Einrichtung ist die Kita weder konfessionell noch weltanschaulich gebunden und steht allen Kindern offen, unabhängig von ihrer Religion oder Kultur.